Anfang 2011 nahm der Pflegestützpunkt Nürnberg seine Arbeit auf. Die Kooperation der Träger Stadt Nürnberg sowie gesetzliche Kranken- und Pflegekassen läuft vertrauensvoll und einvernehmlich, und auch die Mitarbeitenden arbeiten seither kooperativ zusammen.

Die Neuerungen der Pflegereform ab 2017

Die wichtigsten Neuerungen des Pflegestärkungsgesetzes II werden erst zum 01.01.2017 umgesetzt und betreffen neben einer Veränderung der Leistungen vor allem die Definition des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs. Die Pflege-Einstufung erfolgt dann nicht mehr in Pflegestufen aufgrund des erforderlichen Hilfebedarfs, sondern nach dem Grad der Selbständigkeit in fünf "Pflegegrade". Für Menschen mit einer bestehenden Pflegestufe gibt es keinen Handlungsbedarf. Sie haben Bestandsschutz, d.h. niemand soll schlechter gestellt werden als bisher. Die Kassen leiten die Pflegestufen automatisch zum Jahresbeginn 2017 in die neuen Pflegegrade über. Eine Beschreibung des Übergangslösung zur Umwandlung der Pflegestufen in die neuen Pflegegrade finden Sie unter "Informationsmaterial".  

Die Leistungen der Pflegeversicherung ändern sich Anfang 2017 ebenfalls. Alle Menschen, die im Pflegeheim leben, zahlen nun einen einrichtungs-einheitlichen Eigenanteil, unabhängig von der Höhe des Pflegegrads. Für die Versorgung und Pflege im häuslichen Bereich steht mehr Geld zur Verfügung. Die verschiedenen Leistungsarten können unterschiedlich miteinander kombiniert werden. Dazu und auch zu den passenden Angeboten in Nürnberg können Sie sich bei uns neutral beraten lassen.

Das Vorgehen, wie Sie zu einer Pflegeeinstufung kommen, ist im "Informationsmaterial" beschrieben.

Das Begutachtungsverfahren zur Anerkennung eines Pflegegrad ändert sich 2017 grundlegend. Der Maßstab zur Feststellung  des Pflegebedarfs ist nicht mehr der Hilfebedarf in Minuten, sondern der Grad der Selbständigkeit eines Menschen. Es wird gefragt, wie seine Selbständigkeit erhalten und gestärkt werden kann und wobei der Hilfe und Unterstützung benötigt.

Die Gutachterin/ der Gutachter befragen zur Selbständigkeit in acht Lebensbereichen:
Modul 1 - Mobilität
Modul 2 - kognitive und kommunikative Fähigkeiten
Modul 3 - Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
Modul 4 -  Selbstversorgung
Modul 5 - Bewältigung von und selbständiger Umgang mit krankheits- und therapiebedingten Anforderungen und Belastungen
Modul 6 - Gestaltung des Alltagslebens und sozialer Kontakte

Die Ergebnisse aus diesen Bereichen werden prozentual unterschiedlich bewertet und ergeben insgesamt den individuellen Pflegegrad. Die Angaben der folgenden Module werden gefragt, gehen jedoch nicht in die Bewertung ein:

Modul 7 - außerhäusliche Aktivitäten
Modul 8 - Haushaltsführung

Auf die Begutachtung sollten Sie sich vorbereiten und wissen, welche Fragen auf Sie zukommen.

Wir beraten Sie gerne und versetzen Sie somit in die Lage, bereits im Vorfeld Selbständigkeit und Fähigkeiten sowie Hilfe- und Unterstützungsbedarf selbst einschätzen zu können.

Wohnungsanpassungsberatung im Kompetenznetzwerk - KOWAB

Im Juli 2015 startete der Pflegestützpunkt Nürnberg zusammen mit seinen Partnern Seniorenamt Nürnberg, Handwerkskammer für Mittelfranken, Sozialverband VdK und Zentrum Aktiver Bürger/ZAB die Wohnungsanpassungsberatung.  

Die meisten Menschen wünschen sich, so lange wie möglich in ihrer eigenen Wohnung und ihrem gewohnten Umfeld leben zu können. Doch gesundheitliche Einschränkungen können dazu führen, dass zum Beispiel Schwellen, Treppen oder Badewannen zu Hindernissen und Gefahrenquellen werden.

Hier kann der Pflegestützpunkt zusammen mit geschulten ehrenamtlichen Wohnberaterinnen und –beratern helfen. Diese sehen sich auf Wunsch die Situation vor Ort an, geben praktischen Hinweise und informieren auch zu den Finanzierungsmöglichkeiten. Am häufigsten war ihre Unterstützung gefragt bei Badezimmern, die nicht mehr den altersentsprechenden Bedürfnissen entsprachen.  Die Wohnungsanpassungsberatung ist unverbindlich und kostenfrei; die Entscheidung trifft immer der Ratsuchende.

In Zusammenarbeit mit dem Seniorenamt Nürnberg, der Handwerkskammer für Mittelfranken, dem Sozialverband VdK und dem Zentrum Aktiver Bürger/ZAB entstand das "Kompetenznetzwerk Wohnungsanpassungsberatung - KOWAB" (siehe auch Flyer unter "Informationsmaterial").

Mitten im Leben oder zwischen allen Stühlen?

Diese Frage stellt sich häufig berufstätigen Menschen, die zuhause Angehörige pflegen. Das Bündnis für Familie der Stadt Nürnberg erstellte zusammen mit dem Pflegestützpunkt eine Handreichung für Angehörige und Personalverantwortliche. Darin werden Entlastungsangebote und vorbildliche Modelle von Firmen vorgestellt, die dazu beitragen, dass Berufstätige die besonderen Anforderungen von Beruf und Pflege gut meistern können. Die Broschüre finden Sie unter Informationsmaterial.

Jahresbericht des Pflegestützpunkt Nürnberg

Im Jahr 2016 standen beim Pflegestützpunkt Nürnberg folgende Themen besonders im Blickpunkt:

  • die Umsetzung der ersten Änderungen des Pflegestärkungsgesetzes II und weiterer Gesetze zum Jahresbeginn 2016,
  • die Vorbereitung auf die bedeutenden Neuerungen des Pflegestärkungsgesetz II ab 2017 mit der Einführung des neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs und veränderten Leistungen,
  • das Etablieren des Beratungsangebots zur barrierefreien Wohnungsanpassung
  • und vorrangig vor allem die Beratung zu Pflegethemen. Die Anzahl der Klientenkontakte des Pflegestützpunkts Nürnberg stieg im Vergleich zum Vorjahr erneut an.

Im Jahresbericht 2016 können Sie sich zu Aufgaben, Beobachtungen und Entwicklungen informieren.

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